Ursula Palmy
Ursula Palmy
wuchs in Zürich Wollishofen auf und besuchte in
Zürich das Lehrerseminar. Nach einigen Jahren Berufstätigkeit entschied sie
sich, die Ausbildung als Logopädin zu absolvieren. Erst als 27-Jährige lernte
sie bei den Limmat-Nixen das Synchronschwimmen
kennen und begann, für deren Showgruppe zu trainieren. Via Brasilien – wo sie
mit ihrer Familie während eines Jahres lebte –
übersiedelte sie schliesslich nach Buchs.
Fredi Gantenbein,
der 1973 im neu eröffneten Hallenbad einen Schwimmclub gründen wollte, liess
sich von Ursulas Ballettbein begeistern. Der Schwimmclub wurde spontan zweispartig lanciert, und Ursula wurde Gründungsmitglied
des Schwimmclubs Flös Buchs, dem sie während 27
Jahren angehören sollte.
Am Anfang trainierte Ursula mit 12-jährigen
Schwimmerinnen wöchentlich einmal. Bereits an den ersten
Schweizermeisterschaften konnten die Palmy Girls
Medaillen-Erfolge feiern. Schnell stellte sich heraus, dass ein Training pro
Woche ungenügend war, und so wurde die Anzahl der Trainings auf drei erhöht.
Kurze Zeit später stand Ursula fast täglich am Bassinrand, um zahlreichen
Schwimmerinnen zu einzigartigen Erfolgen zu verhelfen. Von 1973 bis 1998 war
Ursula Trainerin, Richterin, Mitglied der Schweizerischen Fachkommission fürs
Synchronschwimmen und schweizerische Pressechefin.
Ursula absolvierte die ganze
Trainerlaufbahn, von Leiter 1 bis zur Expertin. Auch als Richterin schaffte sie
es auf die höchste Stufe. Sie war A- und FINA-Richterin,
was sie berechtigte an Wettkämpfen im Ausland zu richten. Zudem kümmerte sie
sich um administrative Aufgaben als Fachwartin
Synchronschwimmen (später wurde das Amt in Technische Direktorin umbenannt).
Sie brachte es fertig, nebst jungen Synchrotalenten
auch Erwachsene und Eltern für diesen Sport zu begeistern und holte mit Rita Jütz und Nini Singer zwei
wertvolle Stützen in den Schwimmclub. So entstand aus dem ursprünglichen
Einfraubetrieb ein schlagkräftiges Trio, das in der Folge grosse Erfolge feiern
konnte.
Als das Synchronschwimmen in
der Presse zu wenig beachtet wurde, setzte sich Ursula hinter die
Schreibmaschine und baute in der Region eine gute Berichterstattung auf. Als
immer wieder die passenden Bilder fehlten, lernte sie ihre geknipsten
Schnappschüsse auch noch zu entwickeln und zu vergrössern. 1983 übte sie an den
Europameisterschaften ihre erste Pressetätigkeit aus. 1984 baute sie ein
schweizerisches Pressekonzept auf und schaffte den Durchbruch als Pressechefin
bei TV, Radio und Zeitungen. Pro Wettkampf meisterte sie gut und gerne 10–15
Zeitungsartikel, Radiointerviews und Resultatübermittlungen an die
Sportinformation. Diese aufwändigen Presseaufgaben für den SC Flös und die Schweizer Nationalmannschaft erfüllte sie
notabene neben ihrem Einsatz als Richterin und Trainerin an Wettkämpfen.
Dank ihrer beispiellosen
Leidenschaft für das Synchronschwimmen, ihrem unermüdlichen Einsatz und ihren
diplomatischen Fähigkeiten gilt Ursula Palmy als die
unerreichte Pionierin des SC Flös.
Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass heute in der Ostschweiz ein
Synchronschwimmverein existiert, ihrem Know-how ist es zu verdanken, dass die Flöser Schwimmerinnen zur Schweizer Spitze vorstossen
konnten und ihrem Talent, für jedes Problem eine Lösung zu finden, ist es zu
verdanken, dass der Verein heute in voller Blüte dasteht.
Ursula hat ein gewaltiges
Lebenswerk geschaffen, sich um die Förderung des Synchronschwimmens in
hervorragendem Masse verdient gemacht und hunderte von Schwimmerinnen
ausgebildet, inspiriert, geprägt. Sie ist eine Powerfrau, eine gewiefte
Strategin und Visionärin – die Gründerin
der Synchronschwimmabteilung des SC Flös!
Nach ihrem Rücktritt als
Trainerin blieb Ursula dem Verein als Beraterin treu. Sie ist seit 1996
Ehrenmitglied des SC Flös und gilt heute als
angesehene und respektierte Persönlichkeit in der nationalen und
internationalen Synchronschwimmszene.